Am 15. Mai 2025 fand in den Inneren Elben eine gemeinsame Gartenbegehung zur Identifizierung möglicher Brutstätten der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) statt. Begleitet wurde die Aktion von der Firma Icybac, die von der Stadt Freiburg mit der Tigermückenbekämpfung beauftragt ist.
Weitere Informationen finden Sie hier:
Stadt Freiburg – Tigermücke: Informationen & Maßnahmen
FAQ zur Tigermücke in Freiburg
Icybac – Fachfirma zur biologischen Mückenbekämpfung
Eine Aktion der Nachbarschaft – mit großem Engagement
Organisiert wurde die Begehung in enger Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Innere Elben. Bereits am Montag vor der Begehung informierten Mitglieder der IG rund 30 Haushalte mit Gärten persönlich über die Aktion. Die Resonanz war durchweg positiv: Fast alle Nachbar*innen zeigten sich interessiert, vereinbarten Termine und erklärten sich bereit, ihre Gärten zu öffnen.
Am Tag der Begehung konnten fast alle Anwohner*innen angetroffen werden – die Gärten wurden offen und bereitwillig gezeigt. Die Atmosphäre war konstruktiv und freundlich, das gemeinsame Ziel klar: Die Ausbreitung der Tigermücke verhindern.
Was wurde gefunden?
Bei der Begehung wurden mehrere Brutstätten identifiziert, häufig an Stellen, die auf den ersten Blick harmlos wirken. Typische Fundorte waren:
- Regentonnen mit scheinbar dichtem, aber tatsächlich undichtem Deckel
- Blumenkästen mit integriertem Wasserreservoir
- Bodenabläufe / Gullys, die mit einem Laubsieb versehen und wasserführend waren
- Untersetzer von Blumentöpfen
- Leer Blumentöpfe / Übertöpfe / Untertöpfe mit Wasser
- Wasserpflanzen in offenen Gefäßen








Alle Anwohner*innen zeigten großes Interesse, waren einsichtig und dankbar für die Hinweise. Die gezeigten Tipps wurden ernst genommen und viele erklärten, die empfohlenen Maßnahmen umgehend umzusetzen.
Die besten Tipps zur Tigermückenprävention
Hier die wichtigsten Empfehlungen zur Vermeidung von Brutstätten im eigenen Garten oder auf dem Balkon – basierend auf den Hinweisen der Stadt Freiburg:
- Stehendes Wasser vermeiden: Leeren Sie Untersetzer, Gießkannen, Eimer, Vogeltränken und andere Behälter regelmäßig aus – mindestens einmal pro Woche.
- Regentonnen sichern: Decken Sie Tonnen mit einem engmaschigen Netz (max. 1 mm Maschenweite) ab oder schließen Sie sie absolut dicht.
- Versteckte Wasseransammlungen kontrollieren: Prüfen Sie regelmäßig Abflüsse, Gullys, wasserführende Schläuche, Dachrinnen und selten genutzte Gefäße.
- Wasserpflanzen draußen vermeiden: In offenen Wasserbehältern im Garten oder auf dem Balkon sollten keine Wasserpflanzen gehalten werden.
- Reservoire in Blumenkästen entleeren: Bei Blumenkästen mit Wasserspeicher regelmäßig das Restwasser entfernen.
- BTI einsetzen: Wenn ein wasserführendes Gefäß (z. B. Gully, Zisterne oder nicht abdichtbare Tonne) sich nicht dauerhaft entleeren oder abdecken lässt, kann das biologische Mittel BTI (Bacillus thuringiensis israelensis)eingesetzt werden. Es wirkt gezielt gegen Mückenlarven und ist für Menschen, Tiere und Pflanzen unbedenklich.
Kostenlose BTI-Tabletten stellt die Stadt Freiburg zur Verfügung – solange der Vorrat reicht – und können im Bürgerbüro in der Blumenstraße abgeholt werden. - Tigermücken melden: Bei vermehrtem Auftreten oder Verdacht auf Tigermückenbefall informieren Sie die Stadt oder Icybac über die Online-Meldemöglichkeit.
👉 Alle Tipps der Stadt Freiburg auf einen Blick
Wirtschaftliche Überlegungen zur Regenwassernutzung
Viele Gartenbesitzer*innen nutzen Regentonnen, um Trinkwasser zu sparen. Doch wie viel spart man damit wirklich – und wie steht das im Verhältnis zu den Kosten, die durch die Bekämpfung der Tigermücke entstehen?
Eine typische Regentonne fasst rund 500 Liter. Wird sie etwa 10 Mal pro Jahr vollständig genutzt, ergibt das einen Verbrauch von 5.000 Litern Regenwasser jährlich.
Bei einem durchschnittlichen Trinkwasserpreis von 2,80 € pro 1.000 Liter entspricht das einer jährlichen Ersparnis von rund 14 €.
Dem gegenüber stehen jedoch die Kosten für die Tigermückenbekämpfung, wenn die Tonne nicht absolut dicht verschlossen ist:
- Für eine 500-Liter-Tonne werden rund 10 BTI-Tabletten pro Anwendung benötigt (eine Tablette pro 50 Liter), Kostenpunkt etwa 10 € pro Monat.
- Bei regelmäßiger Behandlung über die Mückensaison (Mai bis Oktober) entstehen jährliche Kosten von etwa 60–70 € – also rund das Fünffache der möglichen Wasserkostenersparnis.
Fazit: Wenn eine Regentonne nicht wirklich dicht ist und potenziell als Brutstätte dient, lohnt sich der Aufwand kaum. Eine unsichere Tonne bringt ein gesundheitliches Risiko mit sich – bei minimalem finanziellen Nutzen. In solchen Fällen ist es oft besser, die Tonne abzuschaffen oder sie technisch zuverlässig abzudichten.
Gartenwasserzähler – sinnvoll und lohnenswert
Wer lieber Leitungswasser nutzt, kann dennoch sparen: Mit einem Gartenwasserzähler (auch „Zwischenzähler“ genannt) wird das Gießwasser separat erfasst. Denn auf dieses Wasser entfällt die Abwassergebühr, die in Freiburg bei etwa 2,73 € pro 1.000 Liter liegt – also 0,27 Cent pro Liter.
Schon bei einem Verbrauch von 5.000 Litern im Jahr lassen sich rund 13,65 € an Abwassergebühren einsparen.
Wichtig: Der Zähler muss von der Stadt abgenommen werden – dies kann ganz unkompliziert erfolgen, wenn die Stadtwerke zum regulären Ablesetermin kommen. Einfach im Vorfeld Bescheid geben!
Fazit
Die Begehung in den Inneren Elben war ein gelungenes Beispiel für gelebte Nachbarschaft und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bürger*innen, Stadt und Fachfirma. Mit Aufmerksamkeit, Information und einem offenen Austausch können wir gemeinsam dafür sorgen, dass sich die Tigermücke in Freiburg nicht weiter ausbreitet.
Ein großes Dankeschön an alle Nachbar*innen für die Offenheit und das Engagement!