Freiburg, 2. November 2025 – Im Amt für Soziales wurde am vergangenen Mittwoch (29. Oktober) das Referenzprojekt für die Inneren Elben vorgestellt. Für die Interessengemeinschaft Innere Elben nahm Alexandra Kraus an dem Termin teil, Dr. Gisela Sigrist vertrat den Bürgerverein.
Im Rahmen der Vorstellung wurden die Vertreterinnen über den aktuellen Stand der Planungen informiert. Die Stadt Freiburg beabsichtigt, als Trägerin den Bau des Projektes durchzuführen. Die Stadtbau Freiburg wird das Vorhaben als Projekt- und Mietmanagerin unterstützen. Die Gemeinderäte sollen im November über den Sozialausschuss und Anfang Dezember im Gemeinderat informiert werden, wo auch der Beschluss zur Durchführung gefasst werden soll.
Geplante Nutzung und Aufteilung
Das Projekt umfasst insgesamt 31 Wohneinheiten mit einer gemischten Nutzung – ein Aspekt, der auf den Einwand der Interessengemeinschaft Innere Elben zurückgeht.
Geplant sind:
- 18 Kleinstwohnungen für Alleinstehende,
- 4 barrierefreie Wohnungen für mobilitätseingeschränkte Personen,
- 1 Wohnung für die Sozialarbeit vor Ort,
- 6 Wohnungen für Großfamilien (bis 100 Quadratmeter) sowie
- 4 Zwei-Zimmer-Wohnungen.
Die Sozialbetreuung für die Bewohnerinnen und Bewohner soll nach sechs Monaten auslaufen. Eine Tiefgarage ist nicht vorgesehen; stattdessen sollen Stellplätze hinter dem Gebäude auf dem bestehenden Kiesparkplatz des Gartenvereins entstehen. Eine Aufenthaltsfläche vor dem Haus ist bislang nicht eingeplant – diese Möglichkeit soll laut Herrn Gourdial jedoch nochmals geprüft werden.
Es wird mit einer Bezugsfertigkeit des Baus gegen Ende 2029 oder Anfang 2030 gerechnet.
Bauweise, Kosten und Zeitplan
Das Gebäude soll vier Vollgeschosse umfassen, um eine Gegenfinanzierung über die Mieten zu ermöglichen. Das Baurechtsamt sieht keine Hindernisse für eine Ausnahmegenehmigung. Der Lärmschutz wurde aber bisher noch nicht geprüft und soll im Rahmen des Änderungsverfahrens des Bebauungsplans erfolgen.
Die Baukosten werden auf rund 7,5 Millionen Euro geschätzt. Durch Fördermittel soll ein Zuschuss in Höhe von 4,75 Millionen Euro beantragt werden. Die Ausschreibung und Vergabe der Architektenleistungen ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen.
Keine Flüchtlingsunterbringung
Herr Gourdial stellte klar, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine Flüchtlingsunterbringung handelt. Die Wohnungen sollen an Menschen vermittelt werden, die sich in besonderer Weise bewährt haben oder bei denen eine drohende Obdachlosigkeit verhindert werden soll.
Die Miethöhe wird aufgrund der Förderbedingungen unter 40 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, trotzdem ist mit hohen Mietbetrag zu rechnen
Reaktionen der Beteiligten
Der Bürgerverein kündigte an, dem Projekt zuzustimmen, äußerte jedoch weiterhin Bedenken bezüglich der Ausnahmegenehmigung für das vierte Vollgeschoss.
Die Interessengemeinschaft Innere Elben begrüßt, dass ihr Einwand zur sozial durchmischten Nutzung berücksichtigt wurde, wird die weiteren Planungen aber weiterhin kritisch begleiten. Besonders die Ausnahmegenehmigung für das vierte Vollgeschoss bleibt ein zentraler Streitpunkt.